Reiseberichte
01.06.2013: Das Volksdorf Journal auf Tour: Krautsand
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- Geschrieben von Fred Zagrodnik
Geheimtipp: Der Strand auf Krautsand ist nicht nur lang und breit, sondern meistens auch sehr leer
(mck/ms) Für die zweite Sommertour des Volksdorf Journal stand diesmal die Elbinsel Krautsand auf dem Programm - ein Geheimtipp unter den Liebhabern schöner Sandstrände. Die Elbinsel? Ja, genau genommen ist es eine Elbinsel. Allerdings muss man keine Fähre besteigen, um auf die Insel zu kommen. Es reicht eine Fahrt über eine der beiden Brücken, die auf die Insel führen und dabei lediglich ein schmales Stück Wasser überwinden müssen.
Über die Elbe in ihrer gesamten Breite muss man trotzdem, zumindest wenn man aus dem nordöstlichen Hamburg kommt. Und das geht bekanntermaßen entweder per Brücke(n), durch den Elbtunnel oder per Fähre von Glückstadt nach Wischhafen. Letztere Möglichkeit beschert einem häufig mindestens eine Stunde Wartezeit, oft auch erheblich länger (zumindest mit dem Auto). Also lieber gleich bei Hamburg per Elbbrücke, Elbtunnel oder auf „Schleichwegen" durch den Hafen über die Elbe rüber. Fährt man früh genug los, gelingt die Elbüber/unterquerung auch meist problem-, beziehungsweise staulos. Ist dieses Stück dann erst einmal geschafft, fängt der schöne Teil der Strecke an. Ein wundervoller Ausblick bietet sich bei Cranz über die Elbe nach Blankenese hin. Spätestens im Alten Land beginnt man die Fahrt zu genießen.
Und so ist es dann auch: Die Sonne scheint über den Bäumen der weit ausgedehnten Obstplantagen. Die traumhafte Blüte ist zwar lange vorbei, dafür aber tragen die Bäume jetzt Kirschen und auch die Äpfel sind schon recht groß. Die Fahrt auf zwei Rädern geht vorbei an grasenden Kühen auf saftigen Wiesen und durch Dörfer mit wunderschönen Fachwerkhäusern, von denen viele mitsamt der Gärten davor anlässlich eines anstehenden Schützenfestes mit Fahnengirlanden festlich geschmückt sind. Auf dem Deich eine Herde Schafe, dahinter große Schiffe auf der Elbe mit Kurs Hamburg oder über Cuxhaven in die weite Welt hinaus. Allerdings muss man, um die dicken Pötte zu sehen, die Fahrt unterbrechen, da einem sonst der Deich fast immer den Blick auf die Elbe versperrt. Da beneide ich die Fahrradfahrer, die oben auf der Deichkrone fahren können.
Ich sitze dafür wohl erheblich bequemer und kraftsparender auf dem Motorrad und fahre durch das Kehdinger Land. Der leise brummende Sechszylinder bringt mich vorbei an Orten mit Namen wie „Bützfleth", „Assel" oder „Ritsch". Mein Ziel für heute habe ich fast erreicht. In Drochtersen angelangt, geht es rechts ab auf die Elbinsel. Noch ein paar Kurven auf einer wunderschönen Allee, dann bin ich da, am Campingplatz Krautsand am Elbstrand. Wenige Hundert Meter nach dem Ortseingang Krautsand steht auf der rechten Seite am Eingang ein großes Hinweisschild - eigentlich gar nicht zu übersehen.
Kaum habe ich das Motorrad abgestellt, werde ich von den beiden Eigentümern Marianna und Christian Kurz freundlich empfangen. Ich habe Glück, denn es ist gerade ein Platz auf diesem hübschen kleinen Campingplatz frei. Allerdings, so höre ich bei der Anmeldung, ist es - zumindest in der Hauptsaison - wohl ratsam, kurz vorher anzurufen und einen Platz zu reservieren (0 41 43 - 14 94).
Bei einen kühlen Drink im Strandkorb vor der Anmeldung erfahre ich von Marianna und Christian, dass sie den Campingplatz gerade erst übernommen haben. Den Elan, mit dem beide an die neue Aufgabe herangehen, hört man schnell raus. Ganz nebenbei erzählen sie mir auch noch ein wenig zur Geschichte von Krautsand.
Schon Anfang des 17. Jahrhunderts wird die „Perle im Kehdinger Land", wie die Insel hier auch genannt wird, erstmals urkundlich erwähnt. Eine „bewegte Vergangenheit" kann Krautsand aufweisen. Schweden und Dänen waren zeitweise abwechselnd die Besitzer, bis die Insel später an Hannover abgetreten wurde. Im Laufe der Jahre siedelten sich dort viele Schiffer an. Chroniken verzeichnen rund 45 selbstständige Schiffer mit Schiffen bis zu 800 Tonnen. Auch heute sind noch mehrere Schiffe im Krautsander Hafen beheimatet. Eine erste Kirche erhielt Krautsand im Jahre 1682. Das heutige Gotteshaus wurde 1844/45 errichtet. Erst 1936 wurde Krautsand durch Brücken mit dem Festland verbunden. Damals gab es noch an die 1.000 Einwohner, heute sind es nur noch rund 500. Die Insel hatte mehrfach unter Sturmfluten zu leiden, insbesondere 1962, 1973 und 1976. Seit 1978 ist das allerdings kein Problem mehr, denn da wurde der Deich fertiggestellt.
Anschließend baue ich mein Zelt auf, keine 20 Meter vom Elbdeich entfernt. Das ist wirklich toll, man hört die Wellen bis hier her. Auch ein Schiffshorn gibt unmissverständlich bekannt, wo hier das Wasser zu finden ist.
Nach getaner Arbeit bin ich neugierig. Ich besteige die Treppe, die auf den Deich führt und genieße zunächst den atemberaubenden Blick auf die Elbe. Dann geht es wieder runter, über eine Wiese und durch einen schmalen Baumgürtel. Dann der Strand: Ich kann meine Überraschung kaum in Worte fassen. Vor mir erstreckt sich ein Sandstrand, den ich vielleicht an der Ostsee erwartet hätte, nicht aber auf Krautsand! Jetzt weiß ich auch, warum meine Bekannten von einem „Geheimtipp" gesprochen haben.

Ein Traum! Ganz feiner Sandstrand. Der Strand scheint ewig lang zu sein. Im Wasser baden ein paar Kinder, im Sand liegen Erholungssuchende. Allerdings, verglichen mit den Ostseebädern, erstaunlich wenige. In Anbetracht dieses tollen Strandes (Parkplätze gibt es wahrlich reichlich auf der großen Wiese zwischen Deich und dem Strand gegen eine geringe Gebühr) und des warmen Wetters hätte ich damit gerechnet, dass alle „dicht an dicht" liegen. Was für ein Paradies, diese Elbinsel Krautsand!
Wunderschön denke ich mir, während ich barfuß durch den warmen Sand in Richtung Anleger gehe. Nachdem ich über die vielen Holzplanken auf den schwimmenden Ponton gegangen bin, warte ich noch, bis der beeindruckend große Containerfrachter vorbei ist. Die von ihm erzeugten Wellen lassen zwar erstaunlich lange auf sich warten, aber dann schaukelt der Ponton doch ganz erheblich. Bei einem Fischbrötchen und einem Bier, das von den Verkaufsständen am Anleger angeboten wird, überlege ich mir die Tagesausflüge für die kommende Woche, denn schnell habe ich mich entschlossen, dass der Campingplatz Krautsand am Elbstrand mein Basislager bleiben wird.
Nicht weit entfernt werde ich mir die Hansestadt Stade ansehen. Bestimmt fahre ich auch nach Cuxhaven. Vielleicht setze ich dann einmal über die Elbe und schaue mir das hübsche Glückstadt auf der Schleswig-Holsteinischen Seite an . Die Elbfähre von Wischhafen nach Glückstadt ist nur ca. 7 Kilometer vom Campingplatz entfernt.
Sollte ich doch mal einen Tag kein Motorrad fahren wollen, so bleibe ich einfach auf dem Campingplatz. Dieser ist schön ruhig gelegen und familiär, sodass es mir so vorkommt, als wäre ich hier schon ein jahrelanger Stammgast und Freund. Selbst wenn es einmal regnen sollte, brauche ich nicht ins Zelt zu kriechen, denn es gibt einen großen Aufenthaltsraum.
Erstaunt hat mich auch, dass - trotz der geringen Übernachtungsgebühr - das Duschen in den sauberen und freundlichen Waschräumen schon im Preis inbegriffen ist.
Die Tage gehen leider wie im Flug vorbei und der Tag meiner Abreise ist viel zu schnell gekommen. Mir fällt es schwer Abschied zu nehmen, aber eines habe ich schon beschlossen: Ich komme bald wieder, denn die Elbinsel Krautsand bietet sicherlich zu jeder Jahreszeit neue Eindrücke.
Und das nächste Mal reise ich auch nicht alleine, sondern bringe Freunde mit. Guten Freunden sollte man diesen Campingplatz und den Strand unbedingt zeigen...
Weitere Informationen zum Campingplatz Krautsand am Elbstrand sind zu finden unter campingplatz-krautsand.de.
Quelle: Michael Suhr auf http://volksdorf-journal.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3673:das-volksdorf-journal-auf-tour-krautsand&catid=212:verschiedenes-2012&Itemid=940
16.08.2012: Südfrankreich – die Farbe Lila
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Blau-violette Lavendelfelder sind im Juli/August das herausragende Merkmal der Provence. Ohne die blauen, bis zum Horizont verlaufenden Felder, welche Dörfer und Landschaften mit ihrem Duft überziehen, ist die Provence kaum vorstellbar. "Lavendel ist die Seele der Provence" hat es einst der südfranzösische Schriftsteller Jean Giono formuliert und es gibt wohl keine andere Pflanze, die so stark mit der Provence verbunden wird.
Unsere heutige Tour führt die beste Sozia der Welt und mich auf der „Route de Lavende“ durch verträumte, kleine Dörfer zum Plateau de Valensole im "Parc naturel régional du Verdon". Hier erwarten uns, eingerahmt von Korn- und Sonneblumenfeldern, unendliche Lavendelfelder…

Weiter geht es unter >>> http://www.motorroller-info.de/html/provence_2012_1.html
©Text/Fotos:
Ralf Beelitz
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13.11.2011: Thanksgiving - Biker-Genuss
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Der Übergang vom Spätsommer zum Herbst fällt genau in die Erntezeit: Allenthalben kann man in diesen Wochen in großer Auswahl und Farbenpracht frische Produkte aus der Landwirtschaft erhalten. Gerade das Gebiet rund um Berlin ist durch zahlreiche Anbieter regionaler Produkte gekennzeichnet. Grund genug, einige davon als Ziele und Zwischenstopps für eine sonntägliche Ausfahrt mit dem Motorrad zu nutzen, bevor die nasse Jahreszeit der kommenden Wochen keinen Hund hinterm Ofen und kein Motorrad aus der Garage locken kann.

Wir haben uns für unsere Erkundungstour die Region südwestlich von Berlin vorgenommen. Hier fallen gewiss jedem die Obstplantagen rund um Werder oder so manch ein großer Spargel- oder Kürbishof ein, in dem die Bewirtung der Gäste fast schon hochprofessionelle Züge annimmt. Für unsere Sonntagstour hatten wir etwas anderes im Auge: Kleine, fast schon verträumte Anbieter sollten die Zwischenstopps auf unserer Runde setzen.
weiter siehe: http://www.motorrad-tourer.com/eigene-reiseberichte/86-13112011-thanksgiving-biker-genuss
Fred-D. Zagrodnik
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Kulthüringen 2011
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weiter siehe http://www.motorrad-tourer.com/eigene-reiseberichte/85-kulthueringen-2011
Simone Gottwald (Motorradhotel-Berlin.de)
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Juni 2011: Motorrad-Pilgerreise auf der Via-Slavica von Warschau nach Rom
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„Warschau ist schön“ war mein meist gehörter Satz, als ich vor der Tour erzählte, was ich vorhabe. Mich durchzuckte es jedes Mal, weil ich nicht wusste, wie ich mit diesen Aussagen umgehen sollte: ich hatte bisher persönlich noch keinen positiven Eindruck von Warschau bekommen und habe diesen Startpunkt meiner Via Slavica auch nur gewählt, weil die Historie dies so erfordert:
Der osteuropäische Pilgerweg – auch Via Slavica, Romstraße der Slawen oder Weg der Slawen genannt – begann in Warschau, wo sich die Pilger aus dem Norden Polens sammelten, um in Richtung Tarvis in Italien zu reisen.
Weiter geht es unter www.Via-Slavica.Motorrad-Tourer.com/tagebuch
Fred-D. Zagrodnik
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25.08.2010: 8 Länder mit 6 Hauptstädten in 6 Tagen auf 2 Rädern
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Dann reifte der Entschluss: Es ist gut, einen Trailer zu haben, aber besser, wenn man ihn nicht zwingend einsetzen muss. Also: ich fahre die gesamte Strecke vollständig mit dem Motorrad ab, weil ich auf diese Art und Weise tatsächlich eine 8-Länder-Tour mit einem Besuch von insgesamt 6 Hauptstädten (incl. meines Start- und Zielortes Berlin) absolvieren kann! 8 Länder in sechs Tagen, das ist sicherlich nicht unbedingt eine so ganz gewöhnliche Tour. Gut so, das machte sie für mich noch attraktiver....
Fred-D. Zagrodnik
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Gardasee im Juni 2010
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Eigentlich stand für mich am Wochenende 10. - 13.06.2010 ein Treffen eines Motorrad-Forums an, in dem ich auch ein wenig aktiv bin. Dann hatte ich mich aber 3 Tage vorher kurzfristig zu einer kleinen Planungsänderung entschieden: Ein kurzfristiger und kurzzeitiger Gardaseebesuch sollte es werden; von Berlin aus kein kleines Unterfangen.
Am Mittwoch, den 09.06.2010 sollte es über Land und durch den Harz nach Hildesheim gehen. Dort war abends gegen autobahnbedingt eckig gefahrene Reifen die Verladung in den Autoreisezug geplant, der mich bis Donnerstag früh nach München bringen sollte.
Von dort sollte es dann weiter über Landstraßen durch die Alpen zum Gardasee gehen, wo ich in Malcesine mein Quartier beziehen wollte. Für den Freitag waren dann einige schöne Kurven rund um Monte Baldo und Co geplant.
Samstag früh wollte ich dann einmal diagonal durch die Schweiz nach Lörrach fahren, von wo mich über Nacht der Autoreisezug wieder nach Hildesheim bringen solltel. Am Sonntag stand dann wieder durch Harz etc. zurück nach Berlin der Rest der Heimfahrt an.
Die Routenplanungen kamen gut voran und standen rechtzeitig vor Reisebeginn:
Berlin-Hildesheim http://www.gpsies.com/map.do?fileId=syzefewvqupnfoic am Mittwoch.
München - Malcesine http://www.gpsies.com/map.do?fileId=unjfofkurdqgzsdf am Donnerstag.
und Malcesine - Lörrach http://www.gpsies.com/map.do?fileId=dobsnskfavyvlfxe war für Samstag vorgesehen.
Nur für den Freitag vor Ort rund um den Monte Baldo habe ich mich an keine frühzeitige Planung herangetraut: Erstmal schauen, wie das alles so wird, bei vorhergesagten über 30 Grad im Schatten...
Dann ging es los: Am Mittwoch Nachmittag bin ich sehr gut nach Hildesheim gekommen. Ich musste bei ansonsten schönstem Wetter nur kurz in Wernigerode den Tankstop wegen eines Regenschauers verlängern. Da ich bereits so gegen 20:00 Uhr an der Verladestelle des Autoreisezuges angekommen war, galt es nun, die Wartezeit bis zur Verladung (geplant 22:00 Uhr) zu überbrücken. Die freundliche Dame an der Anmeldung der Verladestelle empfahl mir die Restauration im gegenüber liegenden Hallenbad.
Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass man nicht jeden Ratschlag befolgen sollte: Eigentlich dürfte es ja bekannt sein, dass die Luft in Hallenbädern eher warm und feucht ist. Da kommt einem selbst das Herumsitzen in der Motorradbekleidung wie ein Intensiv-Saunabesuch vor... Völlig durchnässt habe ich dort mein Gericht heruntergeschlungen, nur um endlich wieder bei etwa 28 Grad im Freien sein zu dürfen: Was für eine Erholung...
Dann wurde das Motorrad gegen 22:30 Uhr verladen; die Abfahrt des Zuges (geplant 23:59 Uhr) erfolgte dann um mehr als eine Stunde verspätet kurz vor halb zwei. Da dieser Zuge bereits aus Hamburg kam, kann man sich gut vorstellen, welche Situation ich in meiner "Liegekabine" vorfand... Aber mit Glück und Überredungskünsten gegenüber dem Zugchef bekam ich dann doch ein ganzes bis dahin leeres Abteil für mich alleine
Somit ging es sogar mit dem Schlaf... Trotzdem graulte es mich schon vor der Rückfahrt, weil ich unter Komfort denn doch etwas anderes verstehe...
Am nächsten Morgen gab es dann von München bis Bozen fast nur Kurven, Kurven, Kurven u. a. über den Jaufenpass (knapp 2100 m Höhe). Dann gebe ich zu, doch geschwächelt und 70 km auf der Autobahn zurückgelegt haben: Bei 32 - 35 Grad hatte die Kombi eine eingebaute Sauna und das schlauchte ganz schön... So war ich dann nach 9 Stunden im Sattel, unterbrochen nur durch zwei kleine Pausen ganz schön platt, als ich in meiner tollen Unterkunft endlich ankam: Im Casa Marinella (http://www.casamarinella.com) erwartete mich ein grandioser Blick über den von der Abendsonne bestrahlten Gardasee, unmittelbar neben der Fähranlegestelle in Malcesine und nicht mal 1 km vom Castello und Zentrum entfernt! Hier könnte man (noch) älter werden !
Ich habe dann noch eine nette Pizzeria mitten in der Altstadt entdeckt, in der man leckeres Essen und auch einen Internetzugang bekommt, so dass meine kleine Welt ganz wunderbar war.
Am Freitag habe ich dann nach guter Erholung und nach reichlichem Genuss des Frühstücksbuffets den Monte Baldo und Umgebung auf zwei Rädern erkundet: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=wchhwnfwpcoirgzv
Den ersten Teil der Strecke habe ich etwas über eine Stunde mit meiner Helmkamera aufgezeichnet: Eine Landschaft und Streckenführung für Motorräder zum Niederknien schön! Und insbesondere der Teil zwischen km 130 und 140 Richtung Arco kann als Übungsteil für Kehren herhalten: 10km eine Kehre an der anderen, mir ist immer noch ganz schwindelig...
Am Nachmittag habe ich dann noch für zuhause eingekauft: insgesamt etwa 1,5 kg des überaus leckeren Parma-Schinkens, frisch von der Keule hauchfein abgeschnitten, waren für einen italienischen Abend mit Freunden das richtige Mitbringsel.
Nicht zuletzt die Temperaturen haben mich aber dann doch bekehrt: Die für Samstag geplanten etwa 570 km nur über Landstr. und durch die Alpen quer durch die Schweiz sind realistisch nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit bis zur Verladung in den eh ungeliebten Reisezug zu schaffen. Also: Verzicht auf das zweifelhafte Vergnügen und direkte Rückfahrt vom Gardasee mit Zwischenübernachtung irgendwo dort, wo mich die Müdigkeit übermannt.
Aber eines ist auch sicher: Ich war nicht das letzte Mal mit dem Motorrad hier, denn das ist sicherlich einer der Flecken Europas, die man als Motorradfahrer erlebt haben sollte, vielleicht sogar mal in einer Gruppe mit mehreren Motorrädern!
Am Samstag hatte ich mich für den ersten Teil der Heimfahrt temperaturbedingt für eine Autobahnfahrt bis Sterzing entschlossen und wollte von dort über die alte Brennerstraße via Landstr. durch Österreich wieder Richtung Mittenwald, von da weiter am Kochelsee vorbei Richtung München und dann weiter bis die Müdigkeit einsetzt.
Auf der alten Brennerstr. hatte ich dann unverständliche Mühe, die Fuhre durch die Kurven zu bekommen. Nachdem meine Probleme immer größer wurde, erfolgte dann in Innsbruck an der nächstgelegenen Tankstelle der Check und siehe da, die eigentlich sinnvollen 2,9 bar Druck auf dem Hinterreifen waren auf weniger als 1 bar zusammengeschmolzen - ein schleichender Plattfuß... Und in den letzten Kurven hatte ich dann dem Reifen übel mitgespielt, die Oberfläche ordentlich angekratzt und das Profil an der Flanke eingeebnet
Das ganze Samstag Mittag um kurz nach 13 Uhr...
Damit war klar, Kurven fahren scheidet aus. Ich bin dann nach reichlich Überlegung mit gemäßigtem Tempo und regelmäßig aufgefülltem Druck in ein- bis eineinhalbstündigen Abständen (der Reifen verlor in dieser Zeit zwischen 0,5 und 1 bar) vorsichtig schnurstracks in einem Rutsch heimwärts gefahren und dort gesund und deswegen glücklich aber etwas müde kurz nach 21 Uhr und damit 12 Stunden Fahrt angekommen.
Ansonsten hat die Tour irre viel Spaß gemacht, etwas über 2000 km in vier Tagen waren auch für mich eine neue Erfahrung. Schade, dass so viele Autobahnfahrten dabei sein mussten aber gut, dass alles so glimpflich ablief.
Beim Reifenwechsel einige Tage später auf der Hebebühne und ein wenig gesäubert tauchte dann ein silbrig glänzender Punkt im schwarzen Gummi auf, der sich nach Herunternehmen des alten Reifens von der Felge als Schraube entpuppte, die ihren Kopf bereits verloren hatte und nur noch mit dem abgerissenen Teil des Gewindes etwa 1 cm tief im Reifen steckte: Einmal tief durchatmen, denn das hätte auch anders ausgehen können..
Aber insgesamt bleibt: Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Motorrad-Tour an den Gardasee, wann immer die stattfinden mag...
Fred-D. Zagrodnik
www.Motorrad-Tourer.com




