Mehr als 60 Piloten aller namhaften Motorrad-WM-Teams nutzten in den vergangenen drei Tagen (8. bis 10. Februar) die Möglichkeit, sich bei den ersten offiziellen Vorsaisontestfahrten der Moto2- und Moto3-Klasse im spanischen Valencia mit ihren neuen Rennmaschinen vertraut zu machen. Auch die Fahrer des MZ Racing Team, der Schwede Alexander Lundh (Moto2) sowie die beiden Moto3-Piloten Jonas Folger und Toni Finsterbusch ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Eine offizielle Zeitnahme gab es nicht, die vom Veranstalter veröffentlichten Rundenzeiten beruhen auf freiwilligen Angaben der Teams.
Ohne die offiziell vorgeschriebenen Honda-Moto2-Einheitsmotoren sowie die endgültigen Renntriebwerke für die Honda-Moto3-Production Racer, die erst zu einem späteren Zeitpunkt geliefert werden, darf den publizierten Zeiten jedoch kein allzu großes Gewicht beigemessen werden. Finsterbusch und Folger mussten ohnehin die nagelneuen Motoren ihrer Honda einfahren, bevor sie erste schnelle Runden drehen konnten. Lundh, der die FTR-Honda des MZ Racing Teams bereits im vergangenen November in Valencia testen konnte, setzte die damals begonnene Arbeit fort und testete unter der Anleitung von Warren Willing, dem Technischen Direktor des MZ Racing Team, verschiedene Fahrwerkkomponenten und -einstellungen.
Alexander Lundh:
„Wir kommen gut voran. Ich mag das Motorrad, bin auch am zweiten Tag schon eine Sekunde schneller gefahren als im November. Ich habe zum ersten Mal in meiner Karriere einen Spezialisten wie Warren Willing zu meiner Unterstützung, das hilft wirklich sehr. Er betreut nicht nur die Technik, sondern wir analysieren meinen Fahrstil, vergleichen die Daten mit denen der letztjährigen MZ-Fahrer. So kann ich Kurve für Kurve schneller werden.“

Jonas Folger:
„Ich bin hier zum allerersten Mal mit einem Moto3-Motorrad gefahren und muss mich erst noch an den Viertaktmotor gewöhnen. Allerdings ist die Honda noch kleiner als meine letztjährige 125er-Aprilia, mit meinen langen Beinen habe ich kaum Platz darauf. Daran müssen wir dringend etwas ändern.“
Toni Finsterbusch:
„Ich komme mit der Viertakt-Honda gut zurecht, die Umstellung von der Zweitakt-125er fällt mir fast leichter als erwartet. Das Kurvenfahren macht schon richtig Spaß. Allerdings ist der Honda Production Racer spürbar schwächer als meine letztjährige 125er. Ich bin schon gespannt, wie sich das mit dem stärkeren GP-Motor anfühlen wird.“
Warren Willing:
„Ich bin zufrieden mit der Arbeit, die wir an den drei Tagen in Valencia geschafft haben. Weniger zufrieden bin ich noch mit der Organisation innerhalb des Teams. Wir hatten praktisch keine Teile, um signifikante Änderungen an den Motorrädern vornehmen und ausprobieren zu können.“
Die Motorenwerke Zschopau GmbH
Die heutige Motorenwerke Zschopau GmbH (MZ) ist aus der 1907 im sächsischen Zschopau von dem Maschinenbau-Ingenieur Jörgen Skafte Rasmussen gegründeten Fabrik Rasmussen & Ernst hervorgegangen, in der ursprünglich KFZ-Zubehör sowie Haushalts- und Werkstattgeräte hergestellt wurden. Unter den Namen DKW, Auto Union, IFA und Motorradwerke Zschopau werden seit 1920 motorisierte Zweiräder produziert. 1928 war DKW mit bis zu 300 pro Tag gefertigten Maschinen und mehr als 2300 Mitarbeitern der größte Motorradhersteller der Welt.
Nach der deutschen Wiedervereinigung erlebte MZ unter verschiedenen Besitzern schwierige Zeiten, bis im September 2008 die Produktion eingestellt wurde. Im März 2009 wurde MZ von Investoren um die ehemaligen deutschen Motorradrennfahrern Ralf Waldmann und Martin Wimmer sowie Dr. Martina Häger übernommen. Seit Juli 2011 sind der Ludwigshafener Investor Peter Ertel und Martin Wimmer, Geschäftsführer der Motorenwerke Zschopau GmbH, alleinige MZ-Gesellschafter. Ihr Ziel ist es, in dem 1994 nach Hohndorf bei Zschopau übersiedelten Werk wieder eine Motorradproduktion aufzubauen.
Parallel dazu widmet sich MZ mit Hochdruck dem umwelt- und zukunftsorientierten Thema alternative Antriebe. So wird derzeit eine weiterentwickelte Version des erfolgreichen MZ-Elektrorollers Charly in Hohndorf produziert. Außerdem entstehen in Kooperation mit internationalen Technologiepartnern Mokick- und Kleinkraftroller mit Hybrid- und Elektroantrieb bei MZ.
Andreas Schulz
Kommunikation
Motorenwerke Zschopau GmbH
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