Erlebnis Erzberg – wurde von 23. bis 26. Juni wieder im Extreme-Enduro Bereich für alle Adrenalininfizierten zum Motto. Wie es dabei den Ladies ergangen ist, berichtet exklusiv Christine Wiesner
IRON ROAD PROLOG
13,5 km ist sie lang, die Schotterpiste zum Gipfel des steirischen Erzberges, gespickt mit spitzen Steinen, tiefen Wassergräben und unzähligen Schikanen. Auch heuer wieder stellten sich 20 Damen der Herausforderung genannt ‚Iron Road Prolog’. Dass dabei die österreichischen Mädels die Nase vorn haben, hat sich heuer eindeutig gezeigt. Die Siegerin der letzten 2 Jahre, Christine Wiesner führte das Feld neuerdings an und pilotiert ihre Husaberg 250 TE am schnellsten über den Kurs. Auf Platz 2, ebenfalls auf einer TE 250, freute sich Daniela Pexa aus NÖ, gefolgt von Louise Breiteneder auf einer KTM 200 aus OÖ.

Für die Siegerin der Damenklasse ging sich mit einer Zeit von 13 Min 20 Sekunden heuer bereits zum dritten Mal in Folge das legendäre Red Bull Hare Scramble aus. „Mein Ziel war definitiv die Qualifikation fürn Sonntag. Ich hab mir schon gedacht, dass es bei dieser dichte an Startern schwieriger wird als die Jahre zuvor. Am Ende war’s sehr knapp, Platz 489 und letzte Startreihe. Ich hab’s optimistisch gesehen und mich gefreut das ich dabei bin. Der Prolog war heuer sehr schön zu fahren und einige gefährliche Stellen wurden entschärft“ berichtet Christine über die ersten beiden Tage.
HARE SCRAMBLE
Pünktlich um 11 Uhr ging es am Sonntag bei sehr wechselhafter, nasskalter Witterung für die 500 Besten zum Vorstart, genauer gesagt in den tiefsten Punkt der zig Trassen des eisernen Giganten. Ca. 20 Minuten nach dem zu Mittag die vordersten Plätze losgelassen wurde, war es auch für die 10te Startreihe so weit und die einzige Dame im Starterfeld wurde mit 50 Enduropiloten auf die Steilhänge losgelassen.
„Nach 2 Starts weiß ich ja zum Glück schon ein bissl was auf mich zukommt und das man sich als Teilnehmer selbst den größten Stress macht. Als ich zu den Steilhängen kam hat es nur vereinzelt gestaut und ich bin relativ zügig zur Wasserleitung gekommen. Da ging kurz mal gar nichts weiter, den die Streckenführung war heuer nicht gerade nach oben sondern links durch sehr losen Schotter. Mit Seilen wurde aber den meisten geholfen und als Draufgabe hatte ich somit CP 2 absolviert. Die eigentliche Challenge hat uns dann im Wald erwartet…“
‚Burping Stones’ heißt nicht umsonst der 3te CP der durch sehr unwegsames, steiles und vor allem steiniges Terrain im Wald, durchzogen mit Wurzeln, führt. Der viele Regen der letzten Tage tat sein übriges und einmal stehen geblieben kam man nicht mehr weg. Bei diesem Streckenabschnitt war Teamwork angesagt, auch für zierliche Damen: „Alleine war da keine Chance für ein Weiterkommen und ich hab einfach mal mein Bike abgestellt und einem Husky Fahrer geholfen. Kurz darauf waren wir zu viert und haben beschlossen alle Bikes nach der Reihe raufzuziehen. Gesagt, getan und nach viel Schweiß und mit Muskelkraft waren alle Motorräder kurz vorm Checkpoint. Der restliche Weg zur Badewanne war dann wieder leichter zu bewältigen und dort angelangt nahm ich mir mal Zeit für Müsliriegel und Red Bull. Ich hab im Wald schon gemerkt dass sich der ein oder andere Krampf im Wadel einschleicht, daher war erst mal eine kurze Pause angesagt.“
Die berühmte ‚Badewanne’ stand dann als nächstes am Speiseplan und auch da schlug sich als eine der letzten verbliebenen Kämpfer die Motorradamazone wacker: „Normalerweise sind die Auf- und Abfahrten der Badewanne kein Problem, doch heuer war der Boden im oberen Drittel teilweise sehr lose und ich war um so manches Seil das mir gerade für das letzte Stückerl entgegengeworfen wurde sehr froh. Auch die darauffolgende Auffahrt im Wald hatte es in sich. Viele haben da schon umgedreht und sind runter gefahren doch mich konnte ein anderer Teilnehmer überreden und seine Crew war auch da zur Stelle. Ich kann gar nicht beschreiben wie anstrengend diese Schinderei war. Als ich oben war hatte ich gröbere Probleme mit meinem Kreislauf und bei der Auffahrt zu Drei König angekommen musste ich erst mal kurz pausieren, Wasser trinken und verschnaufen. Auch bei dieser Auffahrt staute es noch gewaltig und für mich und einige andere Teilnehmer endete in Sichtweite zum CP 5 leider die 4 Stunden Renndistanz.“ berichtet Christine von dem berühmtesten Hard Enduro der Welt.
Aus Sicht der Hobbypilotion war es aber dennoch ein sehr erfolgreicher Erzberg XVII. „Ich bin froh wieder großartige Eindrücke von diesem einzigartigem Event mit nach Hause nehmen zu dürfen. Die Kombination der Golden Tyre Reifen von Christian Jelinek, einer quirligen Husaberg sowie dem stylischen Outfit von KINI Sports Wear, sowie Sponsoren Schartner Bombe, Gemeinde Rüstorf, MSV-Schwanenstadt und Roithner Eisenwaren war perfekt“, freut sich Christine über die tolle Unterstützung in der heurigen Saison.
Bereits am Sonntag geht es mit einem Marathonbewerb, einem 6h Rennen in Schrems in der Damenklasse weiter. Unter der Enduro Masters Rennserie findet das zweite Meeting statt und natürlich wird die 27jährige Rüstorferin wieder top fit an den Start gehen.
Christine Wiesner
Mitterbergholz 7
4690 Schwanenstadt
0699 11 85 6226
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Fotos: www.7enduro.ch und Nr. 9, 3 und 8 von Jens Engelking